Risse an der A380: Qantas ruft Super-Airbusse zurück
Die australische Fluggesellschaft hat sich mit dem Deal mit Airbus eine Menge Probleme eingehandelt. Defekte Triebwerke, Haarrisse in den Flügeln und Ärger mit der Lenkung beim A380 sorgen für Aufregung. Flugsicherheit und Passagiere seien aber nicht gefährdet.
Anfang Februar musste die australische Fluggesellschaft Qantas einen A380 Superjumbo stilllegen, nachdem man Risse in Klammern gefunden hatte, die die Flügel mit den Außenflächen verbinden. Nach weiteren Routineuntersuchungen tauchten auch an anderen Stellen Haarrisse in den Flügeln der Maschine auf.
Qantas hat die Probleme mit dem Großraumflugzeug nun dem Hersteller zugewiesen. Die Risse an den Bauteilen seien kein spezifisches Problem von Qantas, sondern müssten beim Hersteller Airbus gesucht werden, heißt es in einer Erklärung der Fluggesellschaft?. Eine Qantas-Sprecherin sagte gegenüber ABC-News, der Jumbo solle aber in Kürze wieder starten.
Der A380 ist das größte Passagierflugzeug der Welt und kann maximal 520 Passagiere transporierten.
Risse an den Flügeln - Airbus hält Maschine dennoch für sicher
Die insgesamt 36 Risse unterschieden an der australischen Maschine sich von denen, die man bereits auf anderen A380-Maschinen festgestellt hatte. Die Maschine war zuvor durch eine Zone mit starken Turbulenzen über Indien geflogen und die Flügel starken Spannungen ausgesetzt. Mittlerweile sind auch bei fünf weiteren Maschinen verdächtige Risse an den Metallrippen aus einer Aluminiumlegierung im Inneren der Flügel gefunden worden. Die Metallrippen stabilisieren den Flügel, der eine Tragfläche von 846 Quadratmetern hat. Nach Ansicht von Airbus würden die bis zu zwei Zentimeter langen Risse die Flugsicherheit jedoch nicht beeinträchtigen.
EASA lässt alle Flugzeuge prüfen
Nun muss die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) prüfen, ob der A380 überhaupt sicher sei und bringt sämtliche Maschinen auf den Prüfstand. Schon Anfang Januar hatte Airbus vor “kleineren Rissen” gewarnt, die an Flügeln aufgetaucht seien. Davon betroffen war bereits die Quantas-Maschine, deren Turbine 2010 in der Luft explodiert war. Zu diesem Zeitpunkt versicherten sowohl Airbus als auch Qantas, dass für die Passagiere kein Risiko bestanden hätte.Branchenkenner und Airbus-Mitarbeiter schätzen nach Informationen des Spiegels, dass diese Inspektionen das Unternehmen bis zu hundert Millionen Euro pro Maschine kosten werden. Das Problem soll laut Airbus aber bis zum Sommer endgültig gelöst werden.
Wiederkehrende Probleme von Qantas mit dem Großraumflugzeug
Außer den Problemen mit dem Werkstoff scheinen aber auch andere technische Schwierigkeiten beim Boeing-Konkurrent aufzutreten. Eine weitere Qantas-Maschine gleichen Typs blieb am Londoner Flughafen Heathrow am Boden, nachdem Piloten den Start zwei Mal wegen Problemen mit der Lenkung abgebrochen hatten. Die Maschine hatte 435 Passagiere an Bord.
Quantas hat den wegen des ausgefallenen Fluges mit dem Superjumbo gestrandeten 70.000 Passagieren Entschädigungszahlungen versprochen. Den Imageschaden will man aber eindeutig dem europäischen Flugzeughersteller zuschieben. Qantas ist die zweitälteste Fluggesellschaft der Welt und hat eine herausragende Reputation als sichere Fluglinie insbesonders für Langstrecken.
Date: February 15th, 2012 @ 03:47
Categories: Panorama